Die andere Art zu essen: Vegetarisch, vegan und Co.

von Viola Malachowski
Für immer mehr Menschen ist es nicht alltäglich und selbstverständlich, dass Fleisch auf den Tisch kommt. Gesundheitliche Gründe sind dafür genauso verantwortlich wie ideologische. Auch Rohköstler und Frutarier sind Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugung anders essen als der Durchschnittsbürger.
Die andere Art zu essen: Vegetarisch, vegan und Co.

Alternative Ernährungsformen werden immer beliebter – dabei können die Gründe dafür ganz unterschiedlich sein. Die Entscheidung, sich fortan bewusst fleischlos zu ernähren, kann beispielsweise der Empörung über bekannte Fleischskandale geschuldet sein. Aber auch rein gesundheitliche oder ideologische Aspekte in Bezug auf die Massentierhaltung sind nicht selten. Dass Vegetarier weniger an Übergewicht und Zivilisationskrankheiten leiden, ist mittlerweile unbestritten. Während viele Vegetarier lediglich auf Fleisch verzichten, meiden Veganer prinzipiell alle tierischen Produkte, worunter nicht nur Lebensmittel fallen. Eine noch kleinere Minderheit stellen Rohköstler und Frutarier dar.

Ovo-Lacto-Vegetarier sind in der Mehrheit

Die bekannteste alternative Ernährungsweise ist die vegetarische. Zahlenmäßig ist der Anteil derer, die lediglich keine Fleischprodukte zu sich nehmen, hier am größten. Sogenannte Ovo-Lacto-Vegetarier essen kein Fleisch und keine Wurst, wobei sie dies keinesfalls als „Verzicht“ erleben. Eier und Milcherzeugnisse kommen bei ihnen ohne Einschränkungen auf den Tisch. Somit ist diese Ernährungsweise nicht nur im Alltag am einfachsten umzusetzen, sondern bewiesenermaßen auch gut für die Gesundheit. Von der Empfehlung, ca. 600 g Fleisch bzw. Wurst wöchentlich und häufig Fisch zu essen, weicht diese Lebensweise schließlich nicht sehr ab. Fisch enthält viel Eiweiß und ungesättigte Fettsäuren. Ovo-Lacto-Vegetarier nehmen durch den Verzehr von Milchprodukten wie z. B. Käse ausreichend Vitamin B12 und Protein auf. Eisen, das ansonsten in Fleisch enthalten ist, wird durch viel grünes Blattgemüse ersetzt. Auch Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen enthalten Eisen, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Um Eisen besser aufnehmen zu können, wird dazu Vitamin C empfohlen, beispielsweise in Form von Orangensaft.

Vielerlei gesunde Getreidesorten, die bei Fleischessern leider noch weniger bekannt sind, werden von Vegetariern gerne genutzt, z. B. Dinkel, Amaranth oder Hirse. Auch Nüsse und Sesam spielen eine große Rolle, wenn es um die Vollwertigkeit der Ernährung geht. Zudem werden damit vielseitige Rezepte möglich, die immer wieder neue Geschmacksrichtungen aufweisen. Mangelerscheinungen treten eher dann auf, wenn Fleisch regelmäßig durch Süßspeisen oder Fastfood ersetzt wird. Da sich viele Vegetarier jedoch gründlich mit dem Thema „gesunde Ernährung“ beschäftigt haben und auch ihr Lebensstil oft gesünder ist, sind Mangelerscheinungen nicht so häufig wie allgemein angenommen. Theoretisch größer sind die Risiken für Lacto-Vegatarier, für die neben Fleisch auch Fisch und Eier tabu sind, jedoch nicht Milchprodukte. Daneben gibt es noch Ovo-Vegetarier, die kein Fleisch und keine Eier (egal in welcher Form) zu sich nehmen.

Noch ein Schritt weiter: Veganismus
Noch ein Schritt weiter: Veganismus

Noch ein Schritt weiter: Veganismus

Vom Vegetarismus ist es manchmal nicht mehr weit zum rein veganen Leben. Dahinter steht meist die Überzeugung, dass für Erzeugnisse tierischer Herkunft in jedem Falle lebende Wesen sterben müssen. Veganer verzichten deshalb nicht nur auf Milchprodukte aller Art sowie Eier und Honig, sondern z. B. auch auf Kleidung aus Leder oder Wolle. Da es häufig versteckte tierische Bestandteile in Lebensmitteln und Alltagsprodukten gibt, ist einige Beschäftigung mit dem Thema notwendig, um sich tatsächlich Veganer nennen zu können. Damit es nicht zu Mangelerscheinungen (insbesondere an Zink, Eisen und Vitamin B12) kommt, ist eine geschickte Kombination von nährstoffreichen Lebensmitteln ratsam. Die nötigen Aminosäuren kann der Körper vor allem aus Getreide und Hülsenfrüchten bilden. Aber auch Sojaprodukte, Nüsse und Mandeln sind für Veganer eine gute Quelle an wichtigen Nährstoffen. Mittlerweile gibt es so einige Milchalternativen neben Reis- und Sojamilch. Eier und Sahne lassen sich ersetzen durch spezielle vegane Ersatzprodukte. In veganen Rezeptbüchern lassen sich alternativ aber auch andere Wege finden, um problemlos kochen und backen zu können.

Ein kleiner Unterschied: Rohköstler und Frutarier

Diese beiden Ernährungsformen können leicht miteinander verwechselt werden. Dabei gibt es einen großen, entscheidenden Unterschied. Rohköstler nehmen nur rohe Kost zu sich - in der Hauptsache Obst und Gemüse. Die Gründe, sich für Rohkost zu entscheiden, sind meist gesundheitlicher Natur, denn durch Garen oder Kochen werden bekanntlich viele Vitamine zerstört. Frutarier dagegen essen nicht nur Rohkost, denn die Zubereitungsart spielt für sie keine Rolle. Sie essen im Gegensatz dazu nur das, was die Natur freiwillig hergibt. Alles, was vom Menschen geerntet bzw. gezüchtet werden muss, lehnen sie ab, da es für sie einen Eingriff in die Natur darstellt. Daher leben Frutarier sozusagen eine extreme Variante des Vegetarismus. Erlaubt sind nur solche Obst- und Gemüsesorten, bei denen die Pflanze selbst nicht beschädigt wird und weiterlebt, wie es beispielsweise bei Beeren, Äpfeln, Tomaten oder Kürbissen der Fall ist. Insbesondere in den kälteren Monaten kann es hierbei schwierig werden, einen vielseitigen Speiseplan aufrechtzuerhalten. Wer diese Ernährungsweise über einen längeren Zeitraum beibehalten möchte, sollte sich in regelmäßigen Abständen ärztlich untersuchen lassen, um Mängel zu vermeiden.

Fragen zum Preisvergleich? Info-Hotline: (030) 577 03 90 90 Montag bis Freitag: 10 bis 15 Uhr (außer an Feiertagen)