Beim Pilzesammeln Vorsicht walten lassen

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Damit beim Pilzesammeln nichts schiefgeht, sollten möglichst nur solche Pilze vom Erdboden in den Korb kommen, die zu 100 % erkennbar sind. Eine gründliche Untersuchung ist wichtig, da sich manche Exemplare nur geringfügig unterscheiden. Es kann sich lohnen, ein Pilzseminar o. ä. zu besuchen, um genau zu wissen, worauf geachtet werden muss.
Beim Pilzesammeln Vorsicht walten lassen

Im Zweifelsfall sollten unbestimmbare Pilze, die keinesfalls im Kochtopf landen dürfen, zum Pilzsachverständigen gebracht werden. Bei Vergiftungserscheinungen ist wiederum der Giftnotruf die richtige Telefonnummer, die unvorsichtige Pilzliebhaber an die zuständige medizinische Stelle weiterleiten kann.

Bis in den Herbst hinein können in den heimischen Wäldern nach Herzenslust Pilze gesammelt werden. Fast 5000 verschiedene Arten sollen es an der Zahl sein, die mit einiger Geduld gefunden werden können. Aber nur ein geringer Teil davon ist bedenkenlos verzehrbar. Beim Sammelspaß für Alt und Jung ist daher Vorsicht angesagt, damit der nachfolgende Pilzgenuss keine negativen Folgen hat. Wer sich nicht auf Experimente einlässt, kann auf seine frischen und kostenlosen Mitbringsel aus der Natur durchaus stolz sein und viel Freude an der Zubereitung haben.

In den Korb kommen nur deutlich erkennbare Pilze

Wer kein wahrer Pilzkenner ist, sollte sich beim Sammeln auf das verlassen, was ihm ausreichend bekannt ist und nicht verwechselt werden kann. Experten warnen immer wieder, dass giftige Pilze, die durchaus tödlich sein können, nicht ohne Weiteres zu erkennen sind – weder auf dem Boden, im Korb oder später auf dem Herd. Unbedenkliche und wohlschmeckende Pfifferlinge sind relativ gut zu erkennen und kommen hierzulande häufig vor. Die Morchel fällt ebenso auf, jedoch kann sie leicht mit der Lorchel (der Name ist ebenso ähnlich wie das Aussehen) verwechselt werden, die leider giftig ist. Noch giftiger als der bekannte getupfte Fliegenpilz sind übrigens der Knollenblätterpilz sowie der Gifthäubling. Um Pilze zu bestimmen, müssen sie von fortgeschrittenen Pilzsammlern gründlich untersucht und auch beschnuppert werden. Wer unsicher ist oder aus Neugier Klarheit möchte, kann sich an einen Pilzsachverständigen wenden. Regional werden auch häufig Pilzberatungen, Kurse und Seminare angeboten, bei denen fachkundiges Wissen weitergegeben wird. Nicht sicher bestimmte Pilze sollten auf jeden Fall säuberlich von den anderen Funden getrennt nach Hause gebracht werden. Denn mitunter kommt es vor, dass giftige Pilze ihre Sporen übertragen, so dass eigentlich essbare Pilze tückisch werden.

Was sonst noch beachtet werden muss

Wer sich - am besten nach einem Regenguss - zum Sammeln in den Wald aufmacht, sollte festes Schuhwerk tragen. Grundsätzlich sollten nur Pilze mitgenommen werden, die unversehrt und frisch aussehen, d. h. weder matschig, zerfressen oder schimmelig sind. Für Anfänger ist es ideal, einen erfahrenen Pilzesammler dabei zu haben, um Rat zu finden. Denn selbst wenn bereits Bücher oder Fotos über die Bestimmung von Pilzen studiert worden sind, ist dies kein Ersatz für jahrelange praktische Erfahrung.

Die Richtige Aufbewahrung ist wichtig
Die Richtige Aufbewahrung ist wichtig

Zum Beispiel hat auch die Tatsache, dass ein Pilz bereits angefressen wurde, nichts damit zu tun, ob er für den Menschen giftig ist oder nicht. Neben dem sicheren Erkennen von Giftpilzen ist noch einiges andere zu beachten, wenn es ans Pilzesammeln geht. Damit die Natur weiter ihren Lauf nehmen kann und das Ökosystem bewahrt bleibt, sollten die Pilze glatt abgeschnitten oder mit Vorsicht aus dem Erdreich gehoben bzw. gedreht werden. Sind Pilze dem Boden entnommen worden, muss dieser wieder gut verschlossen werden. Denn einfallendes Tageslicht kann leicht unterirdische Schäden anrichten. Überhaupt sollte sich im Wald stets mit Bedacht bewegt werden. Selbstverständlich ist es nicht gestattet, in Naturschutzgebieten Pilze zu sammeln.

Die Richtige Aufbewahrung ist wichtig

Die gesammelten Pilze sollten in einem mitgebrachten, luftigen Korb transportiert werden, denn dort halten sie sich auf dem Weg am besten und faulen nicht. Durch die Nähe zu Plastikbehältern kann sich durch die rasche Eiweißzersetzung nämlich Gift bilden – sogar bei ungiftigen Pilzen. Von den erbeuteten Pilzen sollte noch an Ort und Stelle (am besten mit einem Kurzhaarpinsel oder einer Bürste) der Schmutz oder Sand entfernt werden, damit spätere Mehrarbeit - insbesondere bei Steinpilzen - entfällt. Die Pilze müssen schnell zubereitet und bis dahin kühl gelagert werden. Beachtet werden muss beim Sammeln auch die jeweils vorgeschriebene Sammelmenge, die von Region zu Region unterschiedlich ist. Normalerweise darf jede Person zwischen ein bis zwei Kilo Pilze für den Eigenbedarf nach Hause bringen.

Wenn trotzdem etwas schiefgegangen ist

Wenn trotz aller Ratschläge und Ermahnungen beim Sammeln etwas schiefgegangen ist und Sorgen wegen einer möglichen Pilzvergiftung im Raum stehen, sollte nicht mit Hausmitteln zu diesem Thema experimentiert werden. Der Giftnotruf ist hier die richtige Adresse, die professionellen Rat geben und weiterleiten kann. Pilze bestimmt werden von den dortigen Experten jedoch nicht. Bei auftretenden Vergiftungssymptomen sollte schnellstmöglich ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden. Dabei ist es sinnvoll, zur genauen Bestimmung der Vergiftung Reste der verzehrten Pilze mitzubringen. Übrigens ist für Magen-Darm-Beschwerden nach der Mahlzeit nicht immer ein Giftpilz verantwortlich – durch nicht fachgerechte Aufbewahrung von Pilzen treten sogar mehr Erkrankungen auf.

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