Zucker - leider nicht nur süß

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Auf die Menge kommt es an – das sollte auch für Zucker gelten. Denn das kalorienreiche Süßungsmittel macht nicht nur süchtig, wovon alle Freunde von Süßem ein Lied singen können. Neben der lauernden Kariesgefahr besteht auch immer das Risiko, dass die Figur früher oder später aus dem Lot gerät.
Zucker - leider nicht nur süß

Im schlimmsten Fall kann es bei Übergewichtigen zu einem Auftreten von erworbener Diabetes kommen. Wer sich etwas Gutes tun möchte, sollte mit Zucker also bewusst umgehen – und einen Blick auf die Zutatenliste wagen. Denn dort können quer durch die im Supermarkt angebotenen Produkte so einige Überraschungen möglich sein – auch wenn die Werbung eigentlich etwas anderes sagt.

Zucker gehört für viele Menschen zu den Dingen, die den Alltag auch im bildlichen Sinne ein wenig versüßen. Ob in den täglichen Kaffee oder Tee gerührt, im Schokoriegel zwischendurch oder dem süßen Nachtisch – man gönnt sich ja sonst nichts. Doch zu viel des Guten kann auch hier schädlich sein, von den bekannten Eigenschaften als Dickmacher einmal abgesehen. Gerade wer abnehmen möchte oder sich auf der sicheren Seite wähnt, kann bezüglich Zucker Fehler in der Ernährung machen. Denn industriell hergestellte Nahrungsmittel und Erfrischungsgetränke bergen häufig mehr Zucker als allgemein angenommen.

Zivilisationskrankheiten durch zu viel Zucker

Zu viel Zucker kann nicht nur zu Übergewicht führen und in der Folge zu Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen. Eine Erhöhung der Cholesterinwerte kann auch schlanke Menschen treffen. Dazu erhöht Zucker das generelle Risiko für Entzündungen im Körper. Leidtragende einer zu süßen Ernährungsweise sind außerdem die Zähne, die nach Zuckerkonsum besonders gut gepflegt werden sollten, damit Karies und schädliche Bakterien keine Chance haben. Wer gerne Süßes isst, merkt außerdem, dass sich ganz automatisch eine Sucht entwickelt, sofern nicht besonders achtgegeben wird.

Zucker kann tatsächlich genauso wie Alkohol und Nikotin süchtig machen. Dazu trägt nicht nur das vermeintlich gute Gefühl nach dem Verzehr von Süßem bei, sondern auch die leeren Kalorien, die zu keiner wirklichen Sättigung führen können. Denn Zucker enthält zwar ca. 400 Kalorien pro 100 g, aber weder Ballaststoffe noch Vitamine oder Spurenelemente. Aus diesem Grund sollte sparsam dosiert werden bzw. alternative Süßungsmittel wie Honig, Zuckerrübensirup oder Agavendicksaft zum Einsatz kommen.

Besonders häufig: Versteckter Zucker in Lebensmitteln
Besonders häufig: Versteckter Zucker in Lebensmitteln

Wer viel Zucker zu sich nimmt, hat nicht zuletzt ein erhöhtes Risiko, an Diabetes Typ II zu erkranken. Immer mehr Fettleibige sind von dieser Krankheit betroffen, darunter viele junge Menschen. Dafür verantwortlich ist jedoch nicht der Zucker selbst, sondern das Übergewicht, das mit einer falscher Ernährungsweise und mangelnder Bewegung einhergeht. Denn größere Mengen an Zucker sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel in die Höhe steigt. Die Folge: Je mehr Zucker sich im Blut befindet, desto mehr Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert. Irgendwann kommt es so weit, dass durch Überlastung die wichtige Produktion nicht mehr funktioniert, was sich durchaus über Jahre hinziehen kann, ohne dass anfangs Beschwerden zu merken sind.

Versteckter Zucker in Lebensmitteln

Wer selbst frisch kocht, hat die beste Kontrolle darüber, wie viel Zucker er verwendet, egal ob beim Kochen, Backen oder der Kaltzubereitung. Anders sieht es bei Fertigprodukten aus, bei denen immer auf die Zutatenliste gesehen werden sollte. Denn in der modernen Lebensmittelindustrie wird deutlich mehr Zucker verwendet als eigentlich nötig wäre. Selbst in vermeintlich gesunden Nahrungsmitteln wie Müsli, Fruchtjoghurt oder Tomatensoße ist meist Zucker enthalten. Häufig wird den Produkten damit ihr typischer Geschmack gegeben, den bereits Kinder kennen, oder mangelhafte Qualität wird durch ein Übersüßen verdeckt. So enthalten z. B. Dosen mit gebrauchsfertigem Obst oder Gläser Apfelmus, ansonsten auf natürliche Weise bereits angenehm süße Lebensmittel, häufig zugesetzten Zucker. Auch in Leberwurst, vielen Brotsorten und Fertigsoßen steckt das Süßungsmittel.

Ein Großteil des Dickmachers Zuckers steckt übrigens in sogenannten Softgetränken, die leicht zu unterschätzen sind. Ob Cola, Limonade, Saft, Eistee oder sonstige Erfrischungsgetränke – häufig sind sie deutlich zuckerhaltiger als angenommen. Über den Tag verteilt getrunken, kann da nicht nur eine große Kalorienmenge zusammenkommen, sondern auch ein großes Gesundheitsrisiko. Als Durstlöscher eignet sich Wasser (egal ob aus der Leitung oder Flasche) sowieso noch immer am besten.

Vorsicht: Werbung kann täuschen!

Insbesondere was spezielle Baby- und Kinderlebensmittel betrifft, sollten Eltern sehr skeptisch sein. Dabei geht es nicht nur um die Kariesgefahr, die von gedankenlosem Zuckerzusatz ausgeht. Je früher Kinder den süßen Geschmack von Zucker für selbstverständlich halten, desto schwieriger ist es später, davon aus gesundheitlichen Gründen wieder loszukommen. Das Tückische ist, dass Verbraucher sich leicht von der Werbung oder Verpackung täuschen lassen. Selbst wenn „ohne Zuckerzusatz“ auf der Verpackung steht, können sie sich nicht sicher wägen. Denn hier ist Zucker häufig in anderer Form zugesetzt - auch beispielsweise hinter Dextrose, Maltodextrin oder Laktose kann sich Zucker verstecken. Leider stehen selbst diverse Süßstoffe, die vermehrt in der Nahrungsmittelindustrie zum Einsatz kommen, in dem Ruf, gesundheitlich nicht unbedenklich zu sein. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte sich im Falle von Heißhunger auf natürlich Süßes wie Obst beschränken, das außerdem noch wertvolle Vitamine enthält. Auch das relativ neu entdeckte Süßungsmittel Stevia ist kalorienarm und dazu nicht gesundheitsschädlich.

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