Die Frühjahrsmüdigkeit in den Griff bekommen

von Viola Malachowski
Auch wenn der Frühling noch so sehr herbeigesehnt wurde – die Hälfte der Menschen hat jedes Jahr mit Frühjahrsmüdigkeit zu kämpfen. Sie kommt ganz plötzlich, macht am Morgen das Aufstehen schwer und sorgt immer wieder für Erschöpfungszustände und schlechte Laune.
Die Frühjahrsmüdigkeit in den Griff bekommen

Damit die Sonnenstrahlen doch noch gebührend geschätzt werden können, benötigt der Körper etwas Hilfe bei seiner Umstellung auf Sommerzeit. Viel Bewegung an der frischen Luft, die richtige Kleidung und frühes Aufstehen sind genauso hilfreich wie leichte Speisen. Sicher ist, dass die Frühjahrsmüdigkeit wieder vergeht – bei dem einem früher und dem anderen eben etwas später.

Wenn endlich alles auf Frühling hindeutet, möchte wohl niemand den Winter wieder zurück haben. Viele Menschen haben lange auf etwas angenehmere Temperaturen gewartet, verstauen nun die warme Kleidung und haben eigentlich viel geplant. Doch wenn nun in aller Frühe die Vögel fröhlich zwitschern und es noch dazu überraschend hell ist, wenn schließlich die Vorhänge geöffnet werden, haben viele Menschen keine rechte Lust aufzustehen. Denn plötzlich liegt schwere Müdigkeit in den meisten Gliedern - und scheinbar auch im Geist. Liegt es wirklich an der viel diskutierten Zeitumstellung Ende März – oder ist die typische Frühjahrsmüdigkeit wieder ausgebrochen?

Umstellung auf Sommermodus führt zu regelrechter Erschöpfung

Frühjahrsmüdigkeit ist in aller Munde. Jeder Zweite soll davon betroffen sein, wobei die Symptome bei Frauen noch verbreiteter sind als bei Männern. Und wenn mal wieder jemand gähnt, dann ist dies nur der Beweis dafür, dass es die Frühjahrsmüdigkeit wirklich gibt, obwohl sie zum Glück keine Krankheit, sondern nur ein Befindlichkeitszustand ist. Ein plötzlich erhöhtes Schlafbedürfnis, insbesondere am Morgen, geht damit genauso einher wie regelrechte Erschöpfung bei den täglichen Verrichtungen. Obwohl das subjektive Müdigkeitsgefühl normalerweise automatisch von alleine wieder vergeht (bei einigen nach wenigen Tagen – bei anderen dauert es ganze Wochen), ist ihm niemand hilflos ausgeliefert. Dem Körper kann durchaus dabei geholfen werden, langsam wieder auf Sommermodus umzusteigen. Tatsächlich ist es für den menschlichen Organismus eine enorme Umstellung, vom Winter zum Sommer bzw. Frühling zu finden. Hormone sind dafür genauso verantwortlich wie der körpereigene Rhythmus, der auch den Tag-Nacht-Wechsel steuert oder bei einem Jetlag vorübergehend aus dem Gleichgewicht gerät.

Viel Tageslicht für den Serotoninspiegel

Natürliches Tageslicht wirkt sich bekanntlich auf das Glückshormon Serotonin aus, das dazu beiträgt, dass sich Depressionen gar nicht erst entwickeln können. Da wir nach einem langen und dunklen Winter ganz automatisch zu wenig davon im Körper abgespeichert haben, wirkt sich diese Tatsache unvermeidlich auf unsere Stimmung aus. Wann immer es möglich ist, hinaus ins Freie zu gehen und sich dort aufzuhalten, sollte dies also ausgenutzt werden. Auf diese Weise wird das Schlafhormon Melatonin verdrängt und durch Serotonin ersetzt, was den Menschen wieder munter werden lässt. Wenn durch den Einfluss des Sonnenlichts vom Körper wieder mehr Serotonin produziert wird, kommen die Hormone allmählich wieder ins Gleichgewicht. Bewegung und Sport helfen außerdem dabei, dass Körper und Seele wieder in Schwung kommen und Erschöpfung und Trübsinnigkeit keine Chance haben.

Durch das UV-Licht wird außerdem Vitamin D aufgenommen, das nicht nur für die Knochen wichtig ist, sondern Studien zufolge auch vor Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Störungen und sogar vor Krebserkrankungen schützen kann. Aber auch wer viele Stunden des Tages im Büro arbeitet, muss auf Sauerstoff nicht verzichten. Das Fenster groß auszumachen und frische Luft hereinzulassen vertreibt nicht nur Müdigkeit und schlechte Laune, sondern ist auch noch gut für die Konzentration und das Raumklima. Wer die Mittagspause für einen kurzen Spaziergang nutzt, tut sich durch die Bewegung noch mehr Gutes.

Tipps gegen die Frühjahrmüdigkeit
Tipps gegen die Frühjahrmüdigkeit

Morgens lieber früh aus den Federn

Ein kleiner Mittagsschlaf ist bei Frühjahrsmüdigkeit hilfreicher als zu langes Schlafen am Morgen, das erst recht zu Erschöpfung führen kann. Eine Viertelstunde Mittagsschlaf ist, sofern es sich in den Tag einplanen lässt, optimal und sorgt dafür, auch frisch und entspannt wieder zu erwachen. Zu viel Kaffee sollte bei Müdigkeit lieber nicht getrunken werden, denn Koffein ist nur kurzfristig eine Hilfe und hält erfahrungsgemäß nicht lange an. Mineralwasser und Fruchtsäfte machen frisch und sorgen für ausreichend Flüssigkeit. Am Morgen ist es im Frühling generell das Beste, möglichst früh aufzustehen und das frühe Tageslicht auszunutzen. Wer es schafft sich zu überwinden, hat außerdem ein besseres Gewissen als Langschläfer.

Spätestens wenn nach dem Recken und Strecken frische Luft ins Fenster gelassen wird, werden die trägen Lebensgeister geweckt. Auch Wechselduschen – aber zumindest ein kurzes, kühles Abbrausen zum Schluss – tragen zum Vertreiben der morgendlichen Müdigkeit bei. Bei allen Bemühungen, die Schwere aus den Gliedern zu vertreiben, sollte immer wieder bedacht werden, dass es sich bei der Frühjahrsmüdigkeit um einen vorübergehenden Zustand handelt, der ganz normal und verständlich ist.

Was dem Körper sonst noch hilft

Der Frühling als Zwischenstadium zum Sommer belastet den Körper mehr als allgemein angenommen. Durch das unbeständige Wetter mit plötzlicher Sonne und wieder auffrischendem kühlen Wind muss sich der Körper zudem immer wieder umgewöhnen. Auch Geist und Seele können sich nicht so richtig auf einen konstanten Zustand einstimmen. Warme Kleidung sollte daher noch nicht zu frühzeitig weggelegt werden, da der Frühling immer für Überraschungen gut ist. Erkältungen können vermieden werden, wenn ein Lagenlook gewählt wird. So ist es einfach, schnell ein Kleidungsstück loszuwerden, das überflüssig ist, und es wieder überzuziehen, wenn die Sonne sich doch plötzlich wieder hinter den Wolken versteckt. Die Ernährung spielt bei der Umstellung auf den Frühling ebenso eine große Rolle. Wärmende Suppen, schwere Gerichte und süße Plätzchen haben nun wirklich ausgedient. Jetzt sollten wieder leichtere Rezepte auf der Tagesordnung stehen, die Lust aufs Kochen machen. Vor allem Obst und Gemüse sorgen dafür, dass dem Körper ausreichend Vitamine und Spurenelemente zugeführt werden, die das Immunsystem stärken und gute Laune machen.

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