Herzinfarkt erkennen und richtig handeln

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Ein Herzinfarkt stellt für den Betroffenen eine akute Lebensgefahr dar, so dass bei den typischen Anzeichen sofort gehandelt werden muss. Typisch sind plötzliche, starke Beschwerden im Brustbereich, Übelkeit und Schwindel. Bei leichteren Infarkten - und insbesondere bei Frauen - können die Symptome jedoch auch unspezifischer sein.
Herzinfarkt erkennen und richtig handeln

Bei einem akuten Engegefühl im Brustbereich und plötzlicher Kurzatmigkeit sollte daher zu jeder Tages- oder Nachtzeit der Rettungswagen gerufen werden, um weitgehende Folgen oder den tödlichen Ausgang eines Herzinfarkts zu vermeiden.

Der Herzinfarkt (in der medizinischen Fachsprache: Myokardinfarkt) ist eine erst zu nehmende Erkrankung, bei der das Leben akut bedroht ist. Fakt ist, dass der Herzinfarkt zu den häufigsten Todesursachen gehört. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, ist keine Frage des Alters oder Geschlechts. Die Betroffenen sind keineswegs nur Ältere und Stressgeplagte. Statistisch werden die Herzinfarktpatienten sogar immer jünger – selbst Kinder kann es treffen. Der medizinische Fortschritt kann jedoch immer häufiger dafür sorgen, dass ein Herzinfarkt nicht lebenslange Behinderungen oder einen unerwartet frühen Tod zur Folge hat. Damit sich die Auswirkungen in Grenzen halten, ist es wichtig, schnell zu handeln, wenn ein akuter Verdacht auf Herzinfarkt besteht. Denn eine schnelle und angemessene Behandlung und Therapie kann weitreichende Folgen verhindern.

Was ist ein Herzinfarkt und wie äußert er sich?

Ein Herzinfarkt ist auf einen akuten Verschluss eines Herzkranzgefäßes zurückzuführen. Durch diese Gefäße wird das Herz mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Wird die dringend benötigte Blutversorgung nach einem Herzinfarkt nicht so schnell wie möglich wieder hergestellt, besteht die Gefahr, dass Herzmuskelzellen absterben, da der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Weil die Herzmuskelzellen spätestens nach zwei bis vier Stunden absterben, besteht höchste Lebensgefahr. Nur wer als medizinischer Laie die möglichen Symptome kennt, kann im Ernstfall schnell handeln. Es zählt buchstäblich jede Minute, um den Patienten zu retten.

In vielen Fällen ist ein Herzinfarkt die Folge von über längere Zeit angesammelten Fettablagerungen in den Gefäßen. Übergewicht, verbunden mit Bluthochdruck, führt zu einem höheren Herzinfarktrisiko. Auch Bewegungsmangel, hohe Cholesterinwerte und Nikotinkonsum können die Gefahren, einen Infarkt zu erleiden, erhöhen.

Bei einem Herzinfarkt werden häufig aus heiterem Himmel starke Schmerzen im linken Brust- und Armbereich verspürt, die bis in den Rücken, Hals oder Kiefer ziehen können. Die akuten Schmerzen dauern mindestens 5 Minuten, können aber auch bis zu 20 Minuten anhalten. Dazu kann Atemnot und ein Beklommenheits- und Engegefühl kommen. Ein starker Druck im Brustkorb, der sich anfühlt, als wenn etwas sehr Schweres auf ihm lasten würde, führt zudem zu großen Ängsten. Der damit verbundene kalte Angstschweiß geht häufig einher mit einer auffälligen Blässe im Gesicht.

Die Empfindung des Schmerzes kann jedoch auch als brennend empfunden werden. Je schlimmer der Infarkt, desto stärker sind normalerweise auch die Schmerzen. Die Erkrankung kann sich jedoch auch durch unspezifischere Anzeichen äußern, was besonders bei Frauen häufiger der Fall ist. Oberbauchschmerzen, Schwindel, akute Übelkeit, Luftnot und Schweißausbrüche können solche Anzeichen sein. Da diese Symptome nicht immer unbedingt mit einem Herzinfarkt verbunden werden, ist hier die Schwere der Symptome maßgeblich. Treten diese unvermittelt und in kaum vorstellbarer Stärke auf, so können sie gut auf einen lebensbedrohlichen Infarkt hindeuten. Gerade bei leichteren Herzinfarkten sind nicht immer deutliche Anzeichen wahrzunehmen. Häufig kann hier erst ein EKG Klarheit schaffen.

Was bei Verdacht auf Herzinfarkt umgehend zu tun ist
Was bei Verdacht auf Herzinfarkt umgehend zu tun ist

Symptome sind bei Frauen häufig anders

Statistisch gesehen erleiden mehr Männer als Frauen einen Herzinfarkt, insbesondere in jungen und mittleren Jahren. Bei den Frauen ist die Zahl der Herzinfarktpatienten zwischen 40 und 55 Jahren jedoch inzwischen kontinuierlich angestiegen. Nicht nur hormonelle Gründe, die auf die Wechseljahre zurückzuführen sind, sondern auch das Rauchen wird für diesen Fakt verantwortlich gemacht. Frauen haben allgemein ein erhöhtes Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, weil er bei ihnen weniger häufig schnell genug erkannt wird. Denn die Symptome können sich bei ihnen anders äußern als bei Männern.

Die als typisch angesehenen Brustschmerzen treten bei Frauen z. B. bei einem Herzinfarkt weitaus weniger häufig auf. Dafür leiden sie an Schlafstörungen oder plötzlicher Kurzatmigkeit. Da diese Beschwerden allgemein weder besonders auffallend noch selten sind, wird in vielen Fällen weder ein Hausarzt aufgesucht noch der Rettungswagen alarmiert. Wenn Oberbauchbeschwerden, ein Druck- oder Engegefühl, leichte Luftnot und Schlafstörungen ernst genug genommen werden, können jedoch auch Frauen früher behandelt und im Falle eines Herzinfarkts gerettet werden. Bei jedem Verdacht sollte also frühzeitig gehandelt werden.

Was bei Verdacht auf Herzinfarkt umgehend zu tun ist

Egal welche der genannten Beschwerden auftreten – ein schneller Notruf kann bei einem Herzinfarkt Betroffenen das Leben retten. Denn ein Herzinfarkt kann zu einem akuten Herzstillstand führen, wenn keine professionelle Behandlung vorgenommen wird. Ein Herzinfarkt kann in jeder Situation und zu jeder Tages- und Nachtzeit eintreten. Bei akuten Anzeichen sollte nicht noch einige Stunden abgewartet werden, ob eine Besserung eintritt, sondern sofort gehandelt werden.

Da jede Minute zählt, ist die Wahl der Notrufnummer die einzige Möglichkeit, bei einem Herzinfarkt aktiv zu werden. Der Verdacht sollte sofort geäußert werden, nachdem die 112 gewählt und Name sowie Adresse genannt wurden. Denn nur im Krankenhaus kann die nötige Hilfe von den Ärzten geleistet werden. Im Rettungswagen kann bereits der dort vorhandene Defibrillator Erste Hilfe leisten, wenn Herzrhythmusstörungen vorliegen. Auch die sonstige Notfallbehandlung und eine intensive Überwachung des Kreislaufs findet bereits auf der Fahrt zum Krankenhaus im Rettungsfahrzeug statt. Deshalb sollte nicht mit dem Auto oder Taxi zum nächsten Krankenhaus gefahren werden.

Bis der Rettungsdienst nach der Alarmierung eintrifft, sollte – so gut wie in dieser Situation möglich – Ruhe bewahrt werden, um den Betroffenen nicht zusätzlich zu belasten. Der Patient sollte entspannt mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden, um das Herz zu entlasten. Außerdem kann die Bekleidung am Oberkörper leicht geöffnet werden, um das Atmen zu erleichtern. In der Klinik angekommen, ist der Patient dann in den besten Händen und profitiert von den modernen Möglichkeiten der Infarkttherapie.

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