Selbstvertrauen stärken und aufbauen

von
Mangelndes Selbstvertrauen kann die unterschiedlichsten Auswirkungen haben, die von leichter Unzufriedenheit bis hin zu Depressionen und Angststörungen gehen. Selbstsichere Menschen haben es im Leben einfach leichter, weil sie sich immer wieder auf ihre Stärken besinnen und nicht so schnell aufgeben.
Selbstvertrauen stärken und aufbauen

Wer sich selbst nicht schätzt, lässt sich gerne auch auf belastende Beziehungen ein. Außerdem fehlt die Motivation etwas auszuprobieren und sich Herausforderungen zu stellen. Grübeleien darüber, selbst nichts wert zu sein, führen sodann in einen Teufelskreis, der nur durch die Besinnung auf die eigenen Stärken durchbrochen werden kann. Da auch Kindheitserlebnisse zu der Entwicklung beigetragen haben können, sollten diese bewusst verarbeitet werden, um als Erwachsener ein gesundes Selbstbild zu entwickeln.

Selbstbewusstsein kann dazu beitragen, Berge zu versetzen und immer wieder über sich selbst hinauszuwachsen. Wer zu wenig davon hat, gibt häufig zu schnell auf und hadert mit seinen Schwächen, anstatt sich auf vorhandene Stärken zu besinnen. Zum Glück kann in jedem Alter auch selbst einiges getan werden, um zu mehr Selbstsicherheit und dadurch mehr Lebensqualität zu gelangen.

Manchmal kann der Schein trügen

Selbstbewusstsein: Die einen haben es, die anderen nicht - oder nur ab und zu zu wenig. Selbstbewusst zu sein ist keine angeborene Charaktereigenschaft, obwohl es manchmal so wirken kann. Die Menschen teilen sich in eher Extrovertierte und Introvertierte - und somit muss der äußere Schein nicht immer das sein, was sich im Inneren verbirgt. Inwieweit und in welcher Form das Bewusstsein über das eigene Selbst – und somit auch das Vertrauen in sich selbst – in die Außenwelt getragen wird, ist eine Frage des Charakters und möglicherweise auch genetischer Veranlagung. Allerdings können unauffällige Menschen, die nicht gerne im Mittelpunkt stehen, durchaus an sich glauben und sich auf ihre eigene Art durchsetzen, wenn es darauf ankommt. Und wer in jeder Situation lautstark seine Stimme erhebt, mit seinen Stärken prahlt und anscheinend überall beliebt ist, kann tatsächlich in seinem Inneren umso unsicherer sein. Deshalb ist es wichtig, Selbstvertrauen erst einmal als einen inneren Kern anzusehen, auf den sich individuell aufbauen lässt.

Ist ein Mangel an Selbstwertgefühl anerzogen?

Ein Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen kann tatsächlich ein Resultat von Erziehung oder negativen Kindheitserlebnissen sein. Denn kleine Kinder verfügen normalerweise über ein angeborenes Urvertrauen, mit dem sie die Welt entdecken und ihren Platz finden möchten. Wird dieses Vertrauen in größerem Maß - aus welchen Gründen auch immer - erschüttert, so verändert sich allmählich auch das Bild von sich selbst und der Umwelt. Wer als Kind z. B. zu wenig Möglichkeiten hatte, eigene Entdeckungen und Experimente zu machen, entweder aufgrund von überängstlichen Eltern oder sonstigen Faktoren, wird später deutlich weniger Mut und Motivation zeigen. Noch schlimmer ist es, als Kind oft bei kleinsten Anlässen beschimpft oder häufig mit negativen Attributen gelegt worden zu sein. Nur wer ehrliches Lob kennt und sich als Individuum angenommen fühlt, kann positive Gefühle für sich selbst entwickeln und mit diesen seinen Weg gehen.

Mit Selbstsicherheit und Zuversicht lebt sich's besser
Mit Selbstsicherheit und Zuversicht lebt sich's besser

Sich über seinen Selbstwert bewusst werden

Wer sich in Sachen Selbstwertgefühl bewusster werden möchte, sollte einmal ganz ehrlich mit sich selbst sein. Passende Worte und Sätze der Selbstbeschreibung zu finden ist manchmal gar nicht so einfach. Die Fragen könnten lauten: Was habe ich in meinem Leben bisher gut gemacht, worauf bin ich persönlich stolz? Welche positiven Eigenschaften machen mich aus? Warum bin ich es wert geschätzt zu werden (und zwar von mir selbst und anderen)? Wichtig ist hierbei, sich nicht ausschließlich auf materielle Werte oder sonstige Dinge, die anderen Leuten wichtig sind, zu besinnen. Selbst eine Million auf dem Konto oder ein Doktortitel sagt nicht wirklich etwas über die Persönlichkeit aus. Wer bei dem Versuch einer kritischen Selbsteinschätzung ins Grübeln kommt und nichts wirklich positiv Erwähnenswertes findet, befindet sich entweder nur in einer vorübergehenden Krise oder leidet an einem chronischen Mangel an Selbstwertgefühl.

Zu mehr Zufriedenheit und Lebensqualität gelangen

Anhand von Studien steht mittlerweile fest, dass sich ein positives Selbstwertgefühl in der gesamten Lebensqualität niederschlägt. Menschen, die sich eher positiv einschätzen, sind deutlich zufriedener als solche, die ein deutlich negatives Selbstbild haben. Normalerweise haben Erstere mehr erreicht in ihrem Leben und trauern weniger ungenutzten Möglichkeiten nach. Selbstunsichere Menschen dagegen stehen sich häufig selbst im Weg, weil sie sich an Herausforderungen nicht heranwagen und sich mit weniger zufrieden geben als möglich wäre. Immer wieder vergleichen sie sich mit anderen und blockieren sich so unbewusst. Da sie weniger Ziele angehen und bei aufkommenden Schwierigkeiten schnell verzagen, fehlt ihnen mehr und mehr auch die Anerkennung von anderen, was wiederum für Selbstzweifel sorgt. Auswirkungen sind nicht nur im Berufsleben, sondern auch im Bereich Partnerschaften und Freundschaften zu finden. Aus Angst vor Ablehnung oder Einsamkeit bleiben selbstunsichere Menschen häufig in Konstellationen stecken, die sie immer unzufriedener machen. Schließlich haben sie als Langzeitfolgen ein erhöhtes Risiko, an Depressionen oder Angststörungen zu erkranken. Auch Essstörungen sind teilweise auf ein mangelndes Selbstwertgefühl zurückzuführen. Bemerkenswert ist, dass Menschen, die sich selbst positiv einschätzen und annehmen, selbst größere Lebenskrisen meistern können. Sie lernen aus Fehlern, sehen Schicksalsschläge als Herausforderung und besinnen sich immer wieder neu auf ihre persönlichen Stärken.

Dem Teufelskreis entkommen

Etwas fürs Selbstbewusstsein zu tun ist praktisch in jeder Lebenslage und altersunabhängig möglich. Sich auf individuelle Stärken und positive Erlebnisse und Erfolge zu besinnen kann selbst in Lebenskrisen stark motivieren. Menschen oder Hobbys zu haben, die angenehm und bereichernd sind, helfen ganz automatisch zu innerer Stärke. Auch sich ab und zu bewusst etwas zu gönnen und mit seinen Fehlern zu akzeptieren führt zu einem selbstsicheren Auftreten und positiver Ausstrahlung. Verinnerlichte Sätze nahestehender Personen, die sich oft schon in der Kindheit eingeprägt haben (z. B. „Nie machst du etwas richtig“ oder „An denen solltest du dir ein Beispiel nehmen“), sollten außerdem gründlich überdacht werden. Es ist nie zu spät, kleine oder größere traumatische Lebenserfahrungen aufzuarbeiten und als Erwachsener neu zu bewerten (ggf. auch in einer Psychotherapie). Eine Herausforderung, die geradezu nach Überwindung schreit, kann es auch sein, vor anderen Menschen seine Meinung sachlich zu vertreten und sich nicht unterbuttern zu lassen. Hier lassen sich durch spezielle Übungen und Zielsetzungen Schritt für Schritt Erfolge verzeichnen. Endlich ein lange herausgeschobenes „Nein“ einem bestimmten Menschen gegenüber auszusprechen kann beispielsweise Wunder wirken und automatisch weitere nach sich ziehen.

Fragen zum Preisvergleich? Info-Hotline: (030) 577 03 90 90 Montag bis Freitag: 10 bis 15 Uhr (außer an Feiertagen)